Nur ein Augenblick

Joerg Burger bindet in Nur ein Augenblick die von uns erfahrbaren Zeitformen der Außen- und Innenwelten an das Wissen, die Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen und angewandter Techniken. Und an Darstellungen von Zeit, die einzig eine filmische Wahrnehmung ermöglicht. Es entstehen 20 diskursive und visuelle Momentaufnahmen der Zeit in unserer Gegenwart. Wir werden zu Mitdenkenden und -schauenden in einer Entfaltung von faszinierenden Einsichten und Gebrauchsweisen im Umgang mit ihr.  

Zwei Arten von Bildern folgt der Essay. Da sind sprechende Bilder, Portrait-Bilder von Zeit-Kundigen, die in klaren, ihrem Gegenstand gegenüber emphatischen Sätzen aus ihren Disziplinen ihr Zeitverständnis vermitteln. Es sind Selbst-Auskünfte aus Archäologie, Biologie, Physik, Astronomie, Psychoanalyse, Mathematik, Musik, die unmittelbar nachvollziehbar sind, keine Fachexkurse, sondern Versuche, die eigene Leidenschaft, die Faszination für die wissenschaftliche Zeitforschung mitzuteilen.  

Und dann sind da anzeigende Bilder, Bilder, die auf Natur oder Dinge oder Arbeitsweisen zeigen, in denen Zeitformen erscheinen, Zeit also zum Bild wird, das mögen Metaphern sein oder sehr konkrete Evidenzen temporaler Manifestationen. Etwa ein Parkplatz mit eingezeichneten Standlinien und ein vorbeifahrender Zug demonstrieren die, aller Mechanik zugrunde liegende Raumzeit. Diese Aufnahme leitet über zu der Restauration alter Bewegtbilder, man sieht Filmstreifen, mechanische Folgen von Bildern, die gegen ihre Materialvergänglichkeit in die „unendliche“ Zeit der digitalen Zahlenwelt überführt werden.  

Gerahmt werden all diese Explorationen von einem literarischen Text, der im Prolog mit Bildern eines Berges, der sich im Nebel zeigt und entzieht und einem Epilog mit einem Flug über eine gewaltige Tagesabbaustätte eine subjektive Erfahrung und Phantasie von Zeit mitteilt.  

Joerg Burgers Film gelingt eine filmisch-diskursive Verkörperung von Zeit, eine subtile Abbreviation unseres Wissens von und unserer Erfahrungen mit ihr. (Marc Ries)

Orig. Titel
Nur ein Augenblick
Jahr
2026
Land
Österreich
Länge
78 min
Regie
Joerg Burger
Kategorie
Dokumentarfilm
Orig. Sprache
Deutsch, Englisch
Untertitel
Englisch
Credits
Regie
Joerg Burger
Drehbuch
Joerg Burger
Kamera
Joerg Burger
Montage
Joerg Burger
Sound Design
Uli Grimm
Produktion
Joerg Burger Filmproduktion
Mit Unterstützung von
BMWKMS – Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, Land Niederösterreich Kultur, Stadt Wien Kultur
Originalton
Nora Czamler, Andreas Hamza, Cristian Ioga, Joseph Nicolussi
Flugaufnahmen
Martin Putz
Verfügbare Formate
DCP 2K (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,85
Tonformat
5.1 surround
Bildfrequenz
25 fps
Farbformat
Farbe