Saallicht

Dichter geht nicht: Expanded Cinema, ganz klassisch mit der Wendung von der Leinwand in den Kinosaal, den dreidimensionalen Raum des Publikums, sowie der Apparatur und des Personals, die hier exponiert und angeredet, vielmehr angeschrieben werden. Zugleich ultimatives contracted cinema (Kino, "zusammengezogen" und "entsprechend der Übereinkunft" zwischen allen Beteiligten, die sich auf das Lichtspiel[haus] einlassen). Ernst Schmidt jr. ist im Kino der Titan der Titel, und dieser Film besteht aus seinem Titel, auf drei Zettel gekritzelt, jedes der Worte eine Wendung an jemand und etwas, zugleich die Wort-Bild-Spur eines Schreibens. Mit minimalen Akzenten. Das Schreiben hat die erste Einstellung, "VORFÜHRER", mit einem Häkchen versehen (ein Hakerl wie ein Haiku), die zweite, "BITTE", mit besonders viel Höflichkeit, nämlich besonders groß gestaltet. Und in der dritten, "SAALLICHT", ist auch die Schmidt jr.´sche Melancholie mit eingespurt, denn dieses Wort wirkt wie gemalt, es zerrinnt. So wie die Projektion sich auflösen wird, wenn der Film sein Ende, seinen Zweck erreicht haben wird und das Saallicht angeht. (Drehli Robnik) 


 

Orig. Titel
Saallicht
Jahr
1974
Land
Österreich
Länge
1 min
Kategorie
Avantgarde/Kunst
Orig. Sprache
Kein Dialog
Downloads
Saallicht (Bild)
Credits
Regie
Ernst Schmidt jr.
Verfügbare Formate
16 mm (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,33
Tonformat
Stumm
Bildfrequenz
24 fps
Farbformat
s/w
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)